Welche Arten von Brandschutz gibt es?

Gebäudeklassen nach § 2 Absatz 3 der Musterbauordnung 2016

Gebäudeklasse 2

  • Freistehendes Gebäude ≤ 7 m OKF*
  • (≤ 2 Nutzungseinheiten und insgesamt < 400 m²)
  • Brandwände immer F90!


Besonderheiten einzelner Bundesländer

Niedersachsen:
Nicht freistehende Gebäude ≤ 7 m OKF*, ≤ 2 Nutzungseinheiten und insgesamt < 400 m²

Rheinland-Pfalz:
Gebäude ≤ 7 m OKF* in dem Aufenthaltsräume möglich sind
a) ≤ 2 Nutzungseinheiten
b) ≤ 3 Nutzungseinheiten in freistehenden Gebäuden in Hanglage, wenn 3. Nutzungseinheit im Untergeschoss liegt und ihren unmittelbaren Zugang vom Freien aus hat.

An die Stelle der Nutzungseinheiten nach Satz 2 Nr. 2 können jeweils sonstige Nutzungseinheiten treten, wenn die Nutzungsfläche des Gebäudes ≤ 400 m" nicht überschreitet

Landesbauordnung

  • Baden Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schlesweig-Holstein

Gebäudeklasse 4

  • Gebäude ≤ 13 m OKF*
  • (Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 m²)
  • Brandwände immer F90!


Besonderheiten einzelner Bundesländer

Hessen:
Gebäude ≤ 13 m OKF* Nutzungseinheiten ≤ 400 m ² in einem Geschoss

Rheinland-Pfalz:
Gebäude ≤ 13 m OKF* in dem Aufenthaltsräume möglich sind

Landesbauordnung

  • Baden Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schlesweig-Holstein

Sonderbauten

  • Wie zum Beispiel: Hochhäuser, Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, Krankenhäuser, Sportstätten, Betreuungseinrichtungen, Schulen etc.
  • Details in Sonderbauordnung, beziehungsweise im Brandschutzkonzept
  • Brandwände immer F90!


Besonderheiten einzelner Bundesländer

Hessen:
Gebäude ≤ 13 m OKF* Nutzungseinheiten ≤ 400 m ² in einem Geschoss

Rheinland-Pfalz:
Gebäude ≤ 13 m OKF* in dem Aufenthaltsräume möglich sind

Landesbauordnung

  • Baden Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schlesweig-Holstein
Hinweis zur Gebäudehöhe bzw. zur Bemessung der Grundfläche:
Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche

*OKF = Oberkante Fußboden von Aufenthaltsräumen ab Oberkante Erdreich.

Besonderheiten der Bundesländer in der Übersicht

Landesbauordnung: Hessen

Gebäudeklasse Definition
GK 1 - 3 Wie Musterbauordnung (MBO)
- Siehe Oben
GK 4
  • Gebäude ≤ 13 m OKF*
  • Nutzungseinheiten ≤ 400 m²
    je Geschoss
GK 5 Sonstige Gebäude
bis 22 m OKF*

Landesbauordnung: Niedersachsen

Landesbauordnung: Nordrhein-Westfalen

Landesbauordnung: Rheinland-Pfalz

Landesbauordnung: Thüringen

Was beinhaltet die DIN 4102 bezüglich des Brandverhaltens?

Baustoffklasse = Die Regelung der Baustoffverhalten im Brandfall zum Beispiel bezüglich Entflammbarkeit und Rauchentwicklung = Klassifizierungen:

  • A nicht brennbar (A1 = nicht entflammbar; A2 = 20 Sekunden entflammbar)
  • B brennbar (B1 = schwer entflammbar; B2 = normal entflammbar; B3 = leicht entflammbar)


F: Wände, Decken und Träger
W: nicht tragende Außenwände
L: Lüftungskanäle und Lüftungsleitungen
E: Funktionserhalt elektrischer Leitungen
I: Installationsschächte und Kanäle
S: Kabelabschottungen
R: Rohrdurchführungen und Rohrabschottungen
T: Türen, Tore und Klappen
G: Verglasungen (strahlungsdurchlässig)
F: Verglasungen (strahlungsundurchlässig)

Bauteile wie z. B. Wände, Decken, Stützen, Unterzüge, Treppen usw. werden nach DIN 4102-2 hinsichtlich ihres Brandverhaltens auf Grund genormter Brandversuche in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Hierbei kennzeichnet der vorstehende Buchstabe das jeweilige Bauteil. Die Feuerwiderstandsdauer (Mindestdauer in Minuten, während der ein Bauteil seine tragende und / oder raumabschließende Funktion beibehält) wird durch die nachfolgende Zahl angegeben. Buchstabe (Bauteilbezeichnung) und Zahl (Feuerwiderstandsdauer) gemeinsam bilden die jeweilige Feuerwiderstandsklasse

Was beinhaltet die DIN EN 13501-2 bezüglich der Feuerwiderstandsklassen?

Die DIN EN 13501-2 unterscheidet 3 Hauptkriterien für die Beschreibung des Feuerwiderstands eines Bauteils.

Hauptkriterien:

  • Tragfähigkeit: R (=Résistance)
  • Raumbeschluss: E (=Étanchéite)
  • Wärmedämmende Wirkung: I (=Isolation)

Auswirkungen: alte / neue Bezeichnung

Die Leistungszeit wird für jede der Kriterien in Minuten angegeben: 15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180, 240, 360.

Folgende Zusätze können die Klassifizierung erweitern:

  • Begrenzung der Wärmestrahlung (W)
  • Mechanische Stabilität (M)
  • Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit (S)
  • Selbstschließend (C)
  • Funktionserhalt / Aufrechterhaltung der Energieversorgung (P)

Information des DIBt Berlin zu Mindestabständen bei Abschottungen (Newsletter 2/ 2012 und 5/2013)

Nach Beratung im DIBT-Berlin wurden bezüglich des Abstandes zu bzw. zwischen „fremden Abschottungen“ folgende Punkte als Empfehlung zur Erstellung von Verwendbarkeitsnachweisen (abZ / abP) herausgearbeitet:

  • Der Abstand der zu verschließenden Bauteilöffnung zu anderen Öffnungen oder Einbauten muss mindestens b ≥ 20 cm betragen.
  • Abweichend davon darf der Abstand bis auf a ≥ 10 cm reduziert werden, sofern die zu verschließbare Bauteilöffnung sowie die benachbarten Öffnungen oder Einbauten nicht größer als 20 x 20 cm sind.
  • Der Abstand zwischen Bauteilöffnungen für Kabel- oder Rohrabschottungen gleicher oder unterschiedlicher Bauart darf ebenfalls bis auf c ≥ 10 cm reduziert werden, sofern diese Öffnungen jeweils nicht größer als 40 x 40 cm sind.


Die Empfehlungen sollen bei Anordnungen von nicht geprüften Kombinationen „fremder Abschottungen“ ein Versagen in der erforderlichen Feuerwiderstandsdauer weitgehend ausschließen. Im Brandversuch nachgewiesene reduzierte Abstände zu bzw. zwischen „fremden Abschottungen“ werden im Verwendbarkeitsnachweis (abZ/ abP) beschrieben.

Es gelten ausschließlich die Angaben im Verwendbarkeitsnachweis (abP/ abZ).

Quelle: DiBt

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